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Arbeitsmarktpolitik

Abb. 1: Arbeitslose in Bayern und den Regierungsbezirken

Aktuelles

Bayerns Arbeitsmarkt im Dezember 2017

Die nebenstehende Tabelle zeigt:

  • In Bayern herrscht Vollbeschäftigung, der Bayerische Arbeitsmarkt ist in herausragender Form. Mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 % übertrifft der bayerische Arbeitsmarkt alle Erwartungen. Das dritte Mal seit Erfassung der Arbeitslosenquote ist eine Arbeitslosenquote von unter 3 Prozent für Bayern erreicht und somit bleibt die Quote in einem Dezember seit Einführung der aktuellen Berechnung vor 20 Jahren auf ihrem tiefsten Stand. Die Quote liegt um - 0,4 %-Punkte sehr deutlich unter dem Vorjahresrekordwert (Dezember  2016: 3,3 %). 213.610 Arbeitslose ─ verglichen mit dem Vorjahr (Dezember  2016) ist es ein Rückgang von - 8,9 % (rd. - 20.900 Personen) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonatswert. Gegenüber dem Vormonat (November 2017) bedeutet dies einen leichten Anstieg von rd. + 5.100 Personen (+ 2,4 %) bei einer unveränderten Arbeitslosenquote von 2,9 % gegenüber dem Vormonat.
    Ein Anstieg zum Vormonat ist in einem Dezember saisonüblich aufgrund der Entwicklung in den witterungsabhängigen Branchen. Bayern kann jedoch weiter seine Spitzenposition behaupten. Die konstant exzellente Lage am bayerischen Arbeitsmarkt setzt sich weiter fort.

  • Bayern nimmt damit den Spitzenplatz im bundesweiten Vergleich ein – sehr deutlich auch vor Baden-Württemberg (Arbeitslosenquote: 3,2 %). Die Oberpfalz  ist im Dezember 2017 mit einer Quote von nur 2,6 % Spitzenreiter in Bayern. Darüber hinaus zeigt sich weiterhin eine geringe Spreizung von aktuell nur noch 1,0 %-Punkten in den Regierungsbezirken. Die Arbeitslosigkeit ist in allen Regierungsbezirken im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Alle Regierungsbezirke liegen unter der 4-Prozentmarke, fünf Regierungsbezirke sogar unter der 3-Prozentmarke.

Abb. 2.: Arbeitslosenquoten in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern im Dezember 2017. Quelle: Eigene Darstellung nach Daten der Bundesagentur für Arbeit

Aktuell können 60 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 % vorweisen. Der Landkreis Eichstätt liegt mit einer Quote von 1,2 % bundesweit an der Spitze.

Abb. 3: Entwicklung der Arbeitslosenquoten in Bayern und den Regierungsbezirken in den vergangenen zehn Jahren in %
  • Die Arbeitskräftenachfrage in Bayern erreicht im Dezember einen neuen Höchstwert und liegt damit weiter auf höchstem Niveau (mehr als doppelt so hoch wie 2005 und über allen Werten seit dem Jahr 2005).
  • Die Zahl der Arbeitslosen wurde innerhalb der letzten zehn Jahre um rund 29 % reduziert. Die Arbeitslosenquote ging von 4,6 % (Dezember  2007) auf 2,9 % zurück.
  • Durch die Schaffung von mehr als 1 Mio. neuen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen innerhalb der letzten zehn Jahre erreicht Bayern im Oktober 2017 aktuellen Hochrechnungen zufolge mit nahezu 5,6 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen neuen Höchststand in einem Oktober. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Plus von 141.600 Personen bzw. 2,6%.

Arbeitslosenzahlen im Dezember 2007-2012

- 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Oberbayern 4,1 3,7 4,3 3,7 3,3 3,4
Niederbayern 4,6 3,8 4,5 4,0 3,2 3,5
Oberpfalz 4,8 4,0 4,7 3,9 3,2 3,5
Oberfranken 6,1 4,9 5,3 4,7 4,0 4,2
Mittelfranken 5,5 4,8 5,4 4,9 4,3 4,6
Unterfranken 4,1 3,7 4,3 3,7 3,1 3,4
Schwaben 4,2 3,6 4,3 3,7 3,1 3,4
Bayern 4,6 4,0 4,6 4,0 3,4 3,6


Arbeitslosenzahlen im Dezember 2013-2017

- 2013 2014 2015 2016 2017
Oberbayern 3,6 3,4 3,3 3,2 2,9
Niederbayern 3,4 3,3 3,4 3,2 2,9
Oberpfalz 3,4 3,3 3,1 2,9 2,6
Oberfranken 4,2 4,0 3,7 3,6 3,3
Mittelfranken 4,6 4,5 4,2 4,0 3,6
Unterfranken 3,5 3,3 3,1 3,1 2,7
Schwaben 3,3 3,4 3,2 3,0 2,1
Bayern 3,7 3,6 3,4 3,3 2,9

Hinweis: Im Zeitverlauf haben Änderungen im Sozialrecht wie in der Organisation der Sozialverwaltungen Einfluss auf die Höhe der Arbeitslosigkeit. Dies ist bei der Interpretation der Daten zu berücksichtigen.

Abb. 4: Arbeitslose im Dezember 2017 mit Vergleich zum Vorjahresmonat: Bayern insgesamt und ausgewählte Personengruppen

Die nebenstehende Tabelle zeigt:

  • Bayern hat die Jugendarbeitslosigkeit besiegt: Mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 2,3 % liegt Bayern aktuell gleichauf mit Baden-Württemberg mit 2,3 %. Derzeit sind 18.663 Menschen unter 25 Jahre arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies - 2.757 bzw. - 12,9 % weniger arbeitslose junge Menschen. Die weiterhin exzellente Lage am bayerischen Arbeitsmarkt kommt bei den Personen unter 25 Jahren besonders deutlich zum Ausdruck: Gegenüber dem Vormonat ist die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen um - 143 Personen bzw. - 0,8 % gesunken. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit einer Quote von 1,6 % auch für Menschen unter 20 Jahren besonders niedrig.

  • Auch bei allen weiteren Personengruppen ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen: Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 Jahre und älter) ging um - 5,0 %, die der schwerbehinderten Menschen ebenfalls um - 4,3 % zurück. Besonders erfreulich ist der überproportionale Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit (- 11,7 %) gegenüber dem Vorjahr.

  • Die Zahl der arbeitslosen Ausländer liegt bei 62.689 Personen. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls ein erfreulich deutlicher Rückgang um - 5.690 Personen bzw. - 8,3 %.

  • Die Quote der erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter 65 Jahren ist in Bayern mit 3,6 % weiterhin die mit großem Abstand niedrigste im Vergleich aller Bundesländer (vor Baden-Württemberg mit  4,5 %). Im Bund ist dieser Wert mehr als doppelt so hoch und beträgt 7,8 %.

Informationen

Hier erhalten Sie aktuelle Meldungen, Zahlen und Statistiken zu Bayerns Arbeitsmarkt:

Gesetzlicher Mindestlohn

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie (Tarifautonomiestärkungsgesetz) vom 11.08.2014 wurde zum 01.01.2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Zeitstunde für das ganze Bundesgebiet eingeführt (Art. 1 Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns – MiLOG). Zum 01.01.2017 wurde der Mindestlohn auf 8,84 Euro erhöht.
Ausnahmen sind u. a. für Auszubildende, ehrenamtliche Tätigkeiten, Orientierungspraktika, verpflichtende Praktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung, Jugendliche bis 18 Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung, Langzeitarbeitslose für die ersten 6 Monate der Beschäftigung sowie befristet für Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller vorgesehen.

Abweichungen waren in einer Übergangszeit für maximal drei Jahre bis 31.12.2017 durch bundesweite Tarifverträge repräsentativer Tarifpartner auf Branchenebene möglich, wenn sie als Mindestentgeltsätze nach den Regeln des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) erstreckt oder als Lohnuntergrenze nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) festgelegt wurden. Seit 01.01.2017 mussten abweichende Regelungen mindestens ein Entgelt von brutto 8,50 Euro pro Stunde vorsehen. Seit 01.01.2018 gilt das bundesweite gesetzliche Mindestlohnniveau uneingeschränkt.

Die Höhe des Mindestlohns wird regelmäßig (erstmals erfolgt mit Wirkung zum 01.01.2017) von einer paritätisch besetzten und unabhängigen Kommission der Tarifpartner überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Mindestlohnkommission besteht aus einer/einem Vorsitzenden, sechs stimmberechtigten Mitgliedern und zwei beratenden Mitgliedern aus Kreisen der Wissenschaft (ohne Stimmrecht). Die stimmberechtigten Mitglieder der Kommission werden durch die Bundesregierung auf Vorschlag der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berufen.

Information

Auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie weitere Informationen zum Mindestlohn.

Bilanz 2017

Rekordwerte am Arbeitsmarkt

Der bayerische Arbeitsmarkt bleibt weiter auf Rekordfahrt. 2017 war die Arbeitslosigkeit so niedrig wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent wurde der Vorjahreswert von 3,5 Prozent nochmals deutlich unterschritten.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu Bayerns Arbeitsmarkt 2017:

Arbeitsmarkt 

Die Verbesserung der wirtschaftlichen und arbeitsmarktrelevanten Rahmenbedingungen ist eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe. Bayern bringt sich hier aktiv auf Bundesebene ein und entwickelt beispielsweise im Bereich der Langzeitarbeitslosen, Jugendlichen und älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch eigene Konzepte (wie die Arbeitsmarktinitiative Ältere und Arbeitswelt).

Auf Landesebene arbeitet die Bayerische Staatsregierung eng mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Die Zusammenarbeit wurde Ende 2004 in einer Vereinbarung geregelt und erfolgt seitdem im Wesentlichen über einen regelmäßigen Informationsaustausch und gemeinsame Initiativen.

Instrumente 

Für eine nachhaltige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist darüber hinaus eine innovative und für den bayerischen Arbeitsmarkt maßgeschneiderte aktive Arbeitsmarktpolitik notwendig. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der Arbeitsmarktfonds (AMF) und der Europäische Sozialfonds (ESF). Kontinuierliche Beobachtungen des bayerischen Arbeitsmarkts, u. a. durch Auswertungen aus dem IAB-Betriebspanel für Bayern geben wichtige Hinweise zum Einsatz der Fördermittel. Ziel der Arbeitsmarktpolitik der Bayerischen Staatsregierung ist stets die Integration bzw. der Verbleib der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am ersten Arbeitsmarkt. Zielgruppen sind sowohl Arbeitslosengeld-I-Empfänger als auch Arbeitslosengeld-II-Empfänger (Grundsicherung für Arbeitsuchende). Bereiche der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind beispielsweise berufliche Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung, Stärkung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Erwerbstätigen und kleinen und mittleren Unternehmen sowie arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit.

Fazit

Basis für eine positive Entwicklung am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt ist ein effizientes Zusammenwirken von Wirtschafts-, Fiskal-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Entscheidend ist letztlich, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze nicht durch die Politik, sondern durch die Unternehmen geschaffen werden. Ein wesentlicher Teil der Verantwortung für Beschäftigung trifft deshalb die Sozialpartner. Ihre Lohn- und Tarifpolitik entscheidet maßgeblich über die Arbeitsbedingungen und damit auch über die Verhältnisse am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt und den Umfang von Arbeitslosigkeit. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist in einer sozialen Marktwirtschaft eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der alle gesellschaftlichen Kräfte beitragen müssen.